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VON MENSCHEN

FÜR MENSCHEN

ARBEITSMEDIZIN: Von der Antike bis zur Neuzeit.

Um 440 v. Chr. war es Hippokrates, der erstmals die negativen Folgen einer Arbeitstätigkeit thematisierte und überzeugt war, dass berufliche Einflussfaktoren bei der Untersuchung eines Patienten unbedingt zu berücksichtigen sind. Er befasste sich u. a. mit berufsbezogenen Krankheiten von Bergarbeitern und Lastenträgern oder den Haltungsschäden von Schneidern und Augenentzündungen von Schmieden.

Im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts interessierten sich die Ärzte Paracelsus und Agricola vermehrt für die Zusammenhänge zwischen Arbeit und Gesundheit bzw. Krankheit. Immer noch machten Schwermetallvergiftungen, vor allem mit Blei und Quecksilber, der arbeitenden Bevölkerung das Leben schwer. Als Vorreiter und Pionier der Arbeitsmedizin gilt der 1633 geborene Professor der Medizin, Bernardino Ramazzini. Er verfasste 1700 die Abhandlung „Von den Krankheiten der Künstler und Handwerker“.

Auch der englische Chirurg Percivall Pott mit seiner Veröffentlichung 1775 entscheidend dazu bei, dass die Erforschung, Behandlung und Verhütung arbeitsbedingter Krankheiten für Unternehmen und die Gesellschaft ein nicht zu vernachlässigender Aspekt wurde.

Die Industrialisierung Deutschlands im 19. Jahrhundert forderte weitere Maßnahmen: 1839 wurde in Preußen das “Preußische Regulativ“ erlassen, dadurch verbot der preußische König Friedrich Wilhelm III Kinderarbeit und es gilt als das erste deutsche Gesetz zum Arbeitsschutz. Nun ging es Schlag auf Schlag: 1883 wurde von Bismarck die Krankenversicherung eingeführt, ein Jahr später das erste "Unfallversicherungsgesetz" und weitere 5 Jahre später die Invaliden- und Altersversicherung.

Unter der Leitung von Ernst Wilhelm Baader wurde 1924 die erste Klinik für Berufskrankheiten in Berlin geschaffen und 1933 zum Universitätsinstitut ausgebaut. Die Weltgesundheitsorganisation führte 1929 den Begriff “Arbeitsmedizin” ein und beschloß, dass dieser Bereich als ein eigenständiges medizinisches Gebiet angesehen werden soll.

Heutzutage ist es unbestritten, dass Arbeitsmediziner eine große Chance für die Wirtschaft und unser öffentliches Leben darstellen.

Hippokrates Bismarck